Verkehrskadetten-Abteilung Rapperswil-Jona

Eine Idee entstand – vor 50 Jahren

Im November 1953, an einem kalten und nebligen Abend, fuhr ein Automobilist in eine Gruppe Pfadfinder in Zürich, bei der Tramhaltestelle Zoo. Heiri Guggenbühl, der damalige Leiter, wickelte weisse Taschentücher um die Ärmel seiner Kadetten, um so weitere Automobilisten auf die Unfallstelle hinzuweisen. So haben die Pfadfinder die Unfallstelle gesichert.
Heiri Guggenbühl und seine Freunde schwärmten von der Idee, dass Jugendliche Unfallstellen absicherten, den Verkehr regelten und dabei eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung haben. Er wollte verschiedene Behörden von seiner Idee überzeugen, doch wurde sie zum Beispiel vom TCS und dem ACS abgelehnt. Diese empfanden dies zu gefährlich. Einem Wachtmeister der Stadtpolizei Zürich gefiel die Idee so sehr, dass er gleich vier Kadetten aus dem Kadettenkorps Zürich im Verkehrsdienst ausbildete. Das Kadettenkorps Zürich war ein vormilitärischer Betrieb für die Vorbereitung auf die Rekrutenschule. Das Tenue dieser ersten „Verkehrskadetten“ waren Baukappen und Armstulpen, diese wurden aus Kissen und weissen Lederbändern genäht.
In den Jahren 1963 – 1965 führte jeweils am Ostermontag, Pfingstmontag und an Ferienende-Sonntagen Heiri Guggenbühl die Aktion „Kadetten helfen Automobilisten“ durch. Um den Rapperswiler Seedamm zu entlasten, wurde der Verkehr ans rechte Zürichseeufer geleitet. Die Auslagen wurden mit Trinkgeld der Automobilisten gedeckt. Kadetten aus Horgen, Meilen, Schaffhausen, Stäfa, Winterthur, Wädenswil und Basel waren dazumal angereist. Da es im Kanton Zürich verboten war, den Verkehr mit Jugendlichen zu regeln, wurde im Kanton Schwyz geübt.
Am Fest „1000 Jahre Ürikon“, im Jahr 1965 ignorierte die lokale Kantonspolizeidienststelle das Verbot, das damals gegen Heiri Guggenbühl von der Kantonspolizei Zürich verhängt wurde, und es untersagte, den Verkehr mit Jugendlichen zu regeln. Als der Polizeikommandant der Kantonspolizei Zürich die Kadetten sah, wie eifrig und professionell sie den Verkehr leiteten, war das Verbot kein Thema mehr. Neben diesem Einsatz wurde bereits das Autorennen „Kerenzerberg“ mit den Kadetten geregelt.
Da die Kadetten nur noch den Verkehr regeln wollten, schickte der Zürcher Kantonale Kadetten Verband 1966 keine Kadetten mehr an Heiri Guggenbühl. Da entschloss sich Heiri Guggenbühl dazu, sich von dem Zürcher Kadetten Verband abzuspalten und gründete die erste Verkehrskadetten Abteilung. Die Stadt Rapperswil und Knies Kinderzoo in Rapperswil sagten den finanziellen Grundlagen zu. Somit wurde die Verkehrskadetten Abteilung Rapperswil zu ersten Abteilung in der Schweiz. Zum Startpunkt im Mai 1966 zählten sie 28 Verkehrskadetten, welche aus der Pfadfinderbewegung stammten.
Wir haben nun das Jahr 2016. Es sind zwischenzeitlich 50 Jahre vergangen. Momentan gibt es in der Schweiz 25, im Fürstentum Liechtenstein eine und in Deutschland 19 Verkehrskadetten – Abteilungen. Tausende von jungen Leuten traten in den letzten 50 Jahren einer VK – Organisation bei und leisteten ihre Dienste der Allgemeinheit.
Verkehrskadetten – eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung seit über 50 Jahren.